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Vom Bund zum Bundesland

Einsatz von PKP im Saarland

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Wie Nachnutzung die Verwaltungsdigitalisierung beschleunigt: Einsatz von PKP im Saarland als erfolgreiches Beispiel

Digitale Souveränität ist längst mehr als nur ein Buzzword; sie ist notwendig für nachhaltige Verwaltungsdigitalisierung. Doch wie gelingt es, komplexe Lösungen schnell, sicher, souverän und kosteneffizient bereitzustellen?

Die Antwort liegt in einem Prinzip, das bereits vor allem im Rahmen der OZG-Umsetzung etabliert wurde, aber weit darüber hinaus Potenzial birgt: Nachnutzung. Ein praktisches Beispiel dafür liefert das Planungs- und Kabinettmanagementprogramm (PKP) der Bundesregierung. Seit 2015 wird PKP auf Bundesebene weiterentwickelt. Seit 2025 läuft es erfolgreich im Saarland produktiv – mit nur einem Jahr Vorlaufzeit für Prüfung und Einführung.


Das Saarland als Vorreiter: 9 Jahre Entwicklung in 1 Jahr umgesetzt

Das saarländische Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie hatte sich bei der Digitalisierung der Kabinettprozesse dazu entschieden, nicht den Weg der Eigenentwicklung zu gehen, sondern stattdessen auf eine bewährte Lösung der Bundesbene, nämlich PKP, zu setzen. Das PKP der Bundesregierung unterstützt nun die kollaborative Koordination von politischer Planung, des Kabinettmanagements, der eMappe, des Monitorings, des Parlaments und des parlamentarischen Fragewesens.

Da Prozesse der Gesetzgebung und Regierungsarbeit föderal vergleichbar sind, reichte eine landesspezifische Konfiguration aus, um die Anforderungen des Saarlandes umzusetzen. Dank modularer Architektur und offener Schnittstellen konnte auch der technische Betrieb durch den lokalen Dienstleister schnell übernommen werden.

Das Ergebnis? Statt mehrere Jahre in Konzeption und Eigenentwicklung zu investieren, profitierte das Saarland von einer stabilen Software, die nach nur einem Jahr Vorbereitungs- und Einrichtungszeit in den Echtbetrieb ging. Auch die Akzeptanz bei den Nutzenden war sofort sehr hoch, gestützt durch direkten Erfahrungsaustausch mit den Kolleginnen und Kollegen auf Bundesebene:

„Seit einem Jahr verwendet das saarländische Kabinettmanagement das Modul zur digitalen Abbildung der Prozesse von Vorhabenplanung und Kabinettmanagement inklusive der elektronischen Kabinettmappe für die Vorbereitung, Nachbereitung und Durchführung von Kabinettssitzungen. Das positive Feedback führte rasch zu Anfragen nach den Modulen eMappe zur digitalen Sitzungvorbereitung und dem parlamentarischen Fragewesen, die wir nun schrittweise implementieren. Die Kooperation mit dem Bundeskanzleramt und den interessierten Bundesländern liefert uns wertvolle Impulse und stärkt unseren gemeinsamen Fortschritt.“

-Carolin Fichtner, Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie Saarland

Wie Nachnutzung zum Game-Changer wird

Der Erfolg im Saarland unterstreicht, welche generellen Vorteile die Nachnutzung bestehender Software-Lösungen für die öffentliche Verwaltung bringt:

  • Schnelle Time-to-Market: Lösungen sind schnell einsatzfähig, statt erst entwickelt werden zu müssen.

  • Kosteneffizienz: Vermeidung von Mehrfachentwicklungen und Senkung der Gesamtbetriebskosten.

  • Qualität & Stabilität: Software, die bereits im produktiven Alltag erprobt wurde, bietet geprüfte Qualität und Stabilität.

  • Föderaler Lerneffekt: Weiterentwicklungen in einem Land können in die Hauptlösung fließen und davon profitieren letztlich alle Beteiligten, sowie die neu hinzukommenden Bundesländer. In Kürze geht nach dem Saarland das zweite Bundesland produktiv und kann die bestehenden Entwicklungen nachnutzen.

Damit solche positiven Beispiele in Zukunft zur Norm in der Verwaltungsdigitalisierung werden, braucht es klare Rahmenbedingungen. Hier spielen Initiativen wie der Deutschland-Stack (D-Stack) eine unterstützende Rolle: Indem Kriterien für digitale Souveränität, Interoperabilität und Nachhaltigkeit definiert werden, ist sichergestellt, dass Software wie PKP technisch überhaupt leicht nachnutzbar ist.

Ergänzend dazu schafft beispielsweise der geplante Marktplatz Deutschland Digital der FITKO die organisatorische Transparenz. Er bündelt technische Spezifikationen, Lizenzmodelle und Betriebsinformationen – auch für Lösungen außerhalb des klassischen OZG-Umfelds. So wird aus einer komplexen Einzelbeschaffung ein standardisierter Prozess, was Sicherheit bietet und enorm viel Zeit spart.


Das Saarland zeigt, wie Nachnutzung funktioniert. Bundesweite Standards und Marktplätze zur Beschaffung als Katalysator

Das Beispiel des Einsatzes von PKP im Saarland zeigt klar und deutlich: Nachnutzung ist auch jenseits von Bürgeranträgen (EfA) ein hochwirksames Instrument. Sie verkürzt Wege, spart Ressourcen und stärkt die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern.

Mit Lösungen wie dem D-Stack als Fundament und zentralen Marktplätzen als organisatorische Plattform gibt es Werkzeuge, um diesen Erfolg skalierbar zu machen. Diese müssen neben der OZG-Umsetzung noch auf andere Themenbereiche wie bspw. die Gesetzgebung ausgeweitet werden, um Mehrfachnutzungen zu ermöglichen. Nachnutzung ist nicht nur ökonomisch sinnvoll – sie ist der Schlüssel zu einer wirklich vernetzten, souveränen und zukunftsfähigen digitalen Verwaltung.

Dorothee Klotzbuecher

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