
Auszeichnung
Ehrenamtsfreundlicher Arbeitgeber
Wie wir bei SEITENBAU das Ehrenamt fördern und unterstützen
In Deutschland engagieren sich aktuell über 25 Millionen Menschen freiwillig in einem Ehrenamt. Sie organisieren Sportvereine, betreuen ältere Menschen, helfen in Kitas, retten Tiere, stemmen lokale Festivals und sind in der Pflege tätig. Freiwilliges Engagement ist in vielen gesellschaftlichen Bereichen unersetzlich.
Auch bei SEITENBAU haben wir viele Kolleg*innen, die genau das tun: Sie geben zusätzlich zur Arbeit bei SEITENBAU unserer Gesellschaft noch etwas von ihrer Zeit – nicht aus Pflicht, sondern aus Überzeugung. Daher ist für uns Ehrenamt etwas, das wir als SEITENBAU unterstützen möchten.
Umso mehr freut es uns, dass wir vor kurzem als „Ehrenamtsfreundlicher Arbeitgeber“ ausgezeichnet wurden und die Urkunde vom baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl überreicht bekamen. Mit unseren beiden Kollegen Julian und Robert wollen wir in unserem kurzen interview darüber sprechen, wie sie zum Ehrenamt kamen und wie sie es schaffen, Ehrenamt und Job möglichst gut zu verbinden:
Hallo Julian, hallo Robert, vielen Dank, dass ihr euch Zeit nehmt. Zunächst einmal: Was tut ihr eigentlich im Ehrenamt? Und warum gerade das?
Julian: Ich bin ehrenamtlicher Helfer beim Technischen Hilfswerk (THW). Das THW ist eine Bundesbehörde im Bevölkerungsschutz. Wir haben zwar hauptamtliche Verwaltungsmitarbeiter, aber alle Einsatzkräfte sind Ehrenamtliche. Ich selbst bin im Ortsverband Konstanz aktuell stellvertretender Ortsbeauftragter, d.h. Stellvertretender Leiter der Dienststelle und verantwortlich für die Verwaltung des Ortsverbands. Im Einsatzfall fungiere ich außerdem als sogenannter Fachberater, der Einsatzleitungen, Anforderer und Partnerorganisationen berät, wie das THW ganz konkret in ihrem aktuellen Einsatz unterstützen kann.
Robert: Ich bin ebenfalls im THW aktiv und mache den gleichen Job wie Julian als stellvertretender Ortsbeauftragter, nur in einem anderen Ortsverband, nämlich im OV Radolfzell. In Einsätzen übernehme ich unterschiedliche Rollen, meist als regulärer Helfer oder als Leiter des Stabs.
Wie spürt ihr die Einstellung von SEITENBAU zu Ehrenämtern?
Julian: Ich finde man merkt das an der ganzen Einstellung. Ich kenne Einsatzkräfte, deren Arbeitgeber ihren gesetzlichen Freistellungspflichten eher zähneknirschend nachkommen. Ich musste mich hier bei SEITENBAU noch nicht ein einziges Mal rechtfertigen oder rumdiskutieren, wenn ich für einen Einsatz oder einen Lehrgang freigestellt werden musste. Das ist einfach viel entspannter, wenn man weiß, dass der Arbeitgeber 100 % hinter uns steht und wir da nichts zu befürchten haben. Mein Team weiß, dass ich, wenn‘s piepst, einfach abhaue und kann damit auch umgehen. Und dann gibt’s da natürlich noch besondere Dinge: Zum Beispiel kommt es schon mal vor, dass Einsatzkräfte mit den SEITENBAU-Poolfahrzeugen zur Wache fahren, wenn ein Einsatz kommt und sie selbst kein Auto dahaben. Das ist alles andere als selbstverständlich und geht weit über jede gesetzliche Pflicht hinaus.
Robert: Wenn längere Einsätze in der Nacht stattfinden und ich somit keine ausreichende Ruhepause habe, dann ist es kein Problem, diese am nächsten Tag nachzuholen.
Gab es mal eine Situation, wo Job und Ehrenamt zu vereinen schwierig war – etwa eine Dienstbereitschaft oder ein Termin, der zeitlich knapp war? Wie habt ihr das gemeistert? Wer oder was hat euch da geholfen?
Julian: So richtige Konflikte habe ich da eigentlich nicht erlebt. Krass war für mich die Situation nach der Ahrtalflut 2021. Nach den ersten Tagen war relativ gut absehbar, dass auch wir aus Konstanz dorthin in den Einsatz gehen würden. Für diesen Zeitraum war aber auch mein Mitarbeitergespräch angesetzt. Ich habe dann meine Bereichsleiter informiert und als Antwort nur „Toll, dass du das machst, komm bitte gesund zurück“ bekommen. Das war eine riesige Erleichterung in diesem Moment. Das Mitarbeitergespräch haben wir dann nach dem Einsatz nachgeholt. Aber natürlich ist die zeitliche Belastung als Führungskraft im Bevölkerungsschutz größer als bei der „normalen“ Einsatzkraft. Ich habe deswegen tatsächlich vor einigen Jahren meine Wochenarbeitszeit um zwei Stunden reduziert. Da hat mir die Flexibilität, die wir bei SEITENBAU rund um die Arbeitszeit haben, tatsächlich sehr geholfen. Generell setzen wir bei SEITENBAU da auch auf Eigenverantwortung. Wenn ich einen wichtigen Kundenworkshop habe, melde ich mich natürlich für diesen Tag auch beim THW als nicht einsatzbereit.
Robert: Also bei mir kam es bis jetzt zu keinen solchen Konflikten. Und wie Julian schon sagt, bin ich mir sicher, dass wir in einem entsprechenden Fall auch immer zu einer schnellen und für beide Seiten tragfähigen Lösung finden werden.
Noch eine Frage zum Schluss: Was unterscheidet euer Ehrenamt von eurem Job – und gibt es vielleicht auch Gemeinsamkeiten?
Julian: Bei SEITENBAU sind wir ja rein beruflich automatisch in einer Art „Digitalisierungs-Bubble“ unterwegs. Im Ehrenamt komme ich zusätzlich mit Menschen zusammen, die noch einmal ganz andere berufliche Hintergründe haben und völlig andere Lebenssituationen haben als wir „Digitalisierer“. Das finde ich spannend. Und die Gelegenheiten, bei SEITENBAU einen Motortrennschleifer zu benutzen, sind auch eher rar. 😊
Robert: Robert: Für mich ist es ein Weg, um mich persönlich fortzubilden und weiterzuentwickeln. Ich lerne immer ein bisschen mehr darüber, wie die Welt funktioniert. Und natürlich genieße ich die Kameradschaft mit Menschen, die ähnliche Werte teilen und große Opfer bringen, um Leben zu schützen oder erträglicher zu machen, gerade „when the shit hits the fan“.
Julian, Robert, vielen Dank für das interessante Gespräch und auch vielen Dank für euer ehrenamtliches Engagement!