SEITENBAU
Stage_News_Baden-Württemberg 4.0
Service-BW - Content ist King

Wie die öffentliche Verwaltung das Serviceportal Baden-Württemberg für sich nutzt

Content ist King - Interview mit Vertretern der Stadt Rheinstetten und dem Main-Tauber-Kreis, wie sie das Serviceportal Baden-Württemberg für sich nutzen

Auf der von SEITENBAU entwickelten Plattform service.bw steht Kommunen aus Baden-Württemberg mit dem AdminCenter ein komfortables Tool für das Content Management zur Verfügung.

In der aktuellen Ausgabe (04/2019) des E-Government-Fachmagazins Kommune 21 ist unter dem –Titel „Auf den Inhalt kommt es an“ ein spannender Artikel von Irene Gerau und Daniel Gantert (beide SEITENBAU) dazu erschienen, wie dieses Tool in der Praxis genutzt wird.

Das vollständige Interview mit Vertretern der Stadt Rheinstetten sowie dem Main-Tauber-Kreis, das die inhaltliche Basis für den Artikel darstellt, gibt es hier als interessante Ergänzung zum redaktionellen Beitrag in der Kommune 21 zu lesen:

„Content is King“ schrieb Bill Gates ...

... in einem Essay 1996. Was er damit meinte ist, dass der Inhalt einer Webseite maßgeblich dafür ist, wie oft eine Seite besucht, bzw. genutzt wird. Auch wenn sich das Internet, seine Verbreitung und Verwendung in den letzten 23 Jahren stark verändert hat, die Worte des Microsoft Gründers sind nach wie vor zeitgemäß.

Und das nicht nur in der Privatwirtschaft, sondern auch im öffentlichen Bereich. Ein Bürger, der Fragen zu einer Lebenslage hat und Antworten darauf auf dem Webauftritt seiner Kommune erhält, wird bei einer neuen Frage wieder als erstes den Internetauftritt seiner Kommune zu Rate ziehen.

Das spart der Kommune Zeit. Dem Bürger auch. Er ist besser vorbereitet, wenn er den Amtsweg antritt, was diesen beschleunigt, oder spart sich im besten Fall den persönlichen Gang aufs Amt gänzlich, weil er sein Anliegen digital bearbeiten kann. Dabei essentiell ist, dass der Content gepflegt, aktuell und relevant ist. Content-Pflege ist daher eine wichtige Aufgabe in jeder Kommune. Aber woher kommt der Content und wie wird er gepflegt?

In Baden-Württemberg steht den kommunalen Redakteuren der Verwaltungen mit dem AdminCenter der von SEITENBAU im Auftrag des Innenministeriums Baden-Württemberg entwickelten Service-Plattform service-bw ein komfortables Hilfsmittel für Content Management zur Verfügung. Ein Großteil der Content-Management-Aufgabe kann sich für die kommunalen Redakteure durch die automatische Übernahme der vom Land redaktionell gepflegten Texte erübrigen. Zusätzlich haben die Kommunen im AdminCenter die Möglichkeit individuelle Ergänzungen wie zum Beispiel die Öffnungszeiten der Ämter, die Ansprechpartner oder eigene, kommunale Leistungsbeschreibungen zu ihrer Verwaltung und ihren Dienstleistungen in service-bw zu hinterlegen.

Die Entscheidung, ob die vom Land redaktionell gepflegten Texte übernommen oder wie viel individueller Content eingebracht wird, liegt gänzlich bei der Kommune. Dass beide Ansätze funktionieren, berichten Herr Schaudt von der Stadt Rheinstetten und Herr Moll vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis. Die Stadt Rheinstetten stellt alle service-bw Inhalte auf einem separaten, kommunalen Serviceportal bereit, während das Landratsamt Main-Tauber-Kreis service-bw Content in den eigenen Webauftritt integriert.


Wie haben sie vor service-bw die Inhalte Ihres kommunalen Auftritts gepflegt?

Hr. Schaudt: Die Inhalte wurden früher über eine aufwändig programmierte Schnittstelle in den Webauftritt eingespielt. Grundlegende Änderungen an der von service-bw eingesetzten Technik führten zu Änderungen an der Schnittstelle. Die Funktionsfähigkeit der Schnittstelle war nicht immer gewährleistet.

Hr. Moll: Es wurden von den einzelnen Fachämtern unseres Landratsamtes in sehr unterschiedlicher Form und Menge Informationen zu den jeweiligen Dienstleistungsangeboten zur Verfügung gestellt. Nun stehen dank service-bw zu vielen Dienstleistungen aktuelle Beschreibungen nach einem einheitlichen, strukturierten Muster zur Verfügung. Auf dieser Basis können auch eigene Dienstleistungsbeschreibungen nach dem Muster gefertigt werden, so dass sich insgesamt eine einheitliche Struktur ergibt.


Was hat sich für Sie hinsichtlich Content-Pflege verändert?

Hr. Schaudt: Der Aufwand für die laufende Pflege der Schnittstelle ist weggefallen.

Hr. Moll: Die Rolle der Pressestelle, die alle Inhalte bzgl. Inhalt und Gestaltung prüft und freischaltet, wurde zunehmend gestärkt.

Welche Vorteile sehen Sie in der zentralen Pflege ihrer Inhalte im AdminCenter?

Hr. Moll: Unser Ziel ist eine Pflege im CMS iKISS, das unseren Redakteuren seit vielen Jahren vertraut ist und auch für die Pflege der übrigen Website verwendet wird. Die Inhalte von service-bw werden über Schnittstelle ins iKISS importiert und dort um Ansprechpartner und Dokumente ergänzt; es werden Kreis-Varianten bestehender und komplette eigene Dienstleistungsbeschreibungen erzeugt. Unser Ziel ist, diese Anpassungen und Ergänzungen über Schnittstelle künftig nach service-bw zu exportieren, so dass diese dort ebenso abgerufen werden können und wir weiter nur in einem System arbeiten, iKISS.

Hr. Schaudt: Ganz klar, die Inhalte müssen nur einmal gepflegt werden! Eine erhebliche Zeitersparnis, Fehlerquellen können wegen fehlender Doppelerfassung usw. vermieden werden.

Technische Anbindung an service-bw klingt kompliziert. War’s das auch?

Hr. Moll: Soweit ich es aus der Ferne einschätzen kann, war die Arbeit mit der Schnittstelle in der Vergangenheit für den externen Dienstleister eine Herausforderung. Durch den aktuellen Kontakt zwischen unserem Dienstleister und der Firma SEITENBAU hat sich nun ein guter Dialog ergeben, so dass in Kürze hoffentlich auch der Export nach service-bw umgesetzt werden kann und sich insgesamt Vereinfachungen ergeben.

Hr. Schaudt: Die Einbindung war sehr einfach umzusetzen, da es als separates Portal genutzt wird. Die Entscheidung das Portal in der jetzigen Weise einzubinden hat sich für uns als richtig herausgestellt.

Gibt es Feedback der Bürger zur Qualität des bereitgestellten Contents?

Hr. Moll: Leider sehr wenig.

Hr. Schaudt: Die Bürger nehmen dieses Portal für Servicefragen sehr gut an. Auch die Verwendung des Serviceportals als Plattform für ein Informationsterminal im Verwaltungsgebäude wird sehr gut angenommen. Die Feedback-Funktion wird häufiger als die sonst üblichen Kontaktwege für Hinweise usw. genutzt.

Was sind ihre Erwartungen und Hoffnungen wie und welcher Content in fünf Jahren bereitgestellt wird?

Hr. Moll: Unsere Hoffnung ist, dass wir in fünf Jahren einen vollständigen Dienstleistungskatalog haben mit Dienstleistungsbeschreibungen aus service-bw, ggf. angepasst an unsere örtlichen Verhältnisse, sowie eigenen Beschreibungen nach einheitlichem service-bw-Muster. Jede einzelne ist mit den richtigen Ansprechpartnern sowie allen zugehörigen Broschüren, Merkblättern und Formularen verknüpft. Wo immer ein Formular ausgefüllt werden muss, steht dies künftig elektronisch zur Verfügung, so dass es am jeweiligen Endgerät ausgefüllt werden kann und die Daten medienbruchfrei ins richtige Fachprogramm usw. im Landratsamt einlaufen. Es sollen möglichst viele Dienstleistungen, ausgehend von diesem Katalog, vollständig online genutzt werden können, in für den Bürger gut verständlicher Weise und ohne Gang auf das Amt. Der Dienstleistungskatalog ist in fünf Jahren auf unserer Website direkt von der Startseite aus mit einer komfortablen Suche und herausgehobenen Überschriften der am meisten nachgefragten Dienstleistungen ideal nutzbar und wird auch nachweislich stark genutzt. Auch in fünf bis zehn Jahren gibt es noch Websites, die jedoch durch neue Technologien wie Chatbots ergänzt werden. Apps werden zusätzlich für spezielle, häufiger genutzte Bereiche wie die Dienstleistungen der Abfallwirtschaft angeboten.

Hr. Schaudt: Eine stetige Weiterentwicklung und Anpassung an neue bzw. geänderte Anforderungen der Bürger ist für uns ein wichtiges Anliegen. Eine moderne und zielgerichtete Kommunikation sollte daher immer einen hohen Stellenwert bei der Weiterentwicklung haben.

Wir bedanken uns für das Interview und sind gespannt, wie wir in den nächsten fünf Jahren Content und sein Management gestalten werden. Eines ist aber sicher: auch zukünftig ist Content nach wie vor „King“.

Gerau Irene Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner
Irene Gerau
Head of Software Development & Services
Mail an Irene Gerau