Hintergründe zu Barrierefreiheit

Barrierefreiheit - für wen eigentlich ?

Ein Internet-Angebot oder eine sonstige Software-Anwendung, die auch von Menschen mit Behinderung vollwertig genutzt werden kann wird als "barrierefrei" bezeichnet. Das betrifft nicht nur Menschen mit Sehbehinderung sondern auch Körperbehinderungen, Hörschäden, Sprachbehinderungen und geistige Behinderungen.
Je nach Behinderung gibt es verschiedene technische Hilfsmittel, die es diesen Personen ermöglichen einen Computer zu bedienen (z.B. Screenreader, Braillezeile oder Screen-Magnifier für Sehbehinderte). Ist dieser Schritt getan, müssen Software-Anwendungen, Programme und eben auch Internet-Angebote derart gestaltet sein, dass sie mithilfe der technischen Hilfsmittel bedient und verständlich gemacht werden können.

Ein Großteil des bestehenden Internetangebots ist nicht barrierefrei. Dabei sind allein in Deutschland 6,6 Mio schwerbehinderte Personen auf barrierefreie Angebote angewiesen, europaweit wird diese Zahl auf 40 Mio geschätzt.

Die Trennung von Inhalt und Layout ist die Grundlage zur Schaffung barrierefreier Webseiten. Technisch kann dies durch den Einsatz von XHTML und CSS (Cascading Style Sheets) oder durch die Generierung von XHTML Dateien aus XML Dokumenten per XSLT (Extensible Stylesheet Language for Transformations) erreicht werden.

Mehr als nur eine Textversion

Häufig wird eine reine Textversion von Internetauftritten als barrierefreie Alternative auf einer parallelen Website angeboten. Dies ist prinzipiell zu begrüßen, allerdings müssen diese Versionen separat gepflegt werden und sind daher oftmals unvollständig und veraltet.

Um nur eine einzige Website zu führen und diese auch barrierefrei zu gestalten müssen zum Beispiel folgende Punkte beachtet werden, die ohne zusätzliche Hard- oder Software einfach umzusetzen sind:

Textgestaltung
Zur Hervorhebung von Textbausteinen (z.B. Überschriften) sollten immer die entsprechenden HTML/XHTML-Tags (z.B. <h1>Überschrift</h1>) verwendet werden. Unterschiedliche Schriftgrößen verschiedener Textbausteine sollten idealerweise durch relative Schriftgrößen in CSS gestaltet werden. Relative Größenangaben sind auch bei Tabellen wichtig. Die farbliche Gestaltung von Text ist im Hinblick auf sehbehinderte und farbenblinde Menschen zu optimieren.

Interaktion: Dialoge und Formulare
Eingabefelder müssen unmissverständlich mit der zugehörigen Beschriftung verknüpft werden. Die Navigation durch Formulare muss auch per Tastatur machbar sein.

Bilder und Grafiken
sollten immer mit einem Alternativtext versehen werden, der sehbehinderten Menschen den Sinn der Grafik erläutert oder den Inhalt des Bildes beschreibt.

Tabellen
Ein mit Tabellen gestaltetes Layout wird von Screen-Readern Tabellenzelle für Tabellenzelle einzeln von links nach rechts vorgelesen und ergibt dadurch häufig keinen logischen Sinn. Daher sollten Tabellen nicht für die Gestaltung des Layouts verwendet werden.

Frames
Frames sind grundsätzlich kein Problem für Sehbehinderte – allerdings nur solange jeder Frame sinnvoll betitelt ist.

Java-Applets und JavaScript
Java-Applets und JavaScripts können eingesetzt werden, allerdings müssen alternative Eingabemöglichkeiten verfügbar sein.

Video / Audio
Alternativtexte und sinnbildliche Darstellungen audiovisueller Effekte reduzieren das Barrierepotential dieser Elemente auf Websites.

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